Die Kölner Oper:
Nachkriegsmoderne erstrahlt in neuem Glanz

Endlich, keine Bauzäune mehr. Nachdem ich bereits den Baufortschritt in den letzten Jahren (für das PMM Bau- und Projektmanagement) dokumentieren durfte, war ich nun, einen Tag vor der Eröffnungsfeier einer der ersten Kölner Architekturfotografen die das neue Opernhaus fotografieren konnten. Nach 14 Jahren Sanierungszeit hat die Stadt ihr wohl diskussionsreichstes, aber architektonisch spannendstes Kulturgebäude zurück. Der legendäre Riphahn-Bau aus den 50er Jahren ist wieder freigelegt. Haben sich die Arbeiten gelohnt? Gespannt startete ich um 07:00 Uhr mit den ersten Außenaufnahmen.

Demokratie in Beton und Glas: Die Vision von Wilhelm Riphahn

Als das Opernhaus 1957 eröffnet wurde, war es ein radikales Bekenntnis zur Moderne. Der Kölner Architekt Wilhelm Riphahn entwarf keinen elitären Prunkbau, sondern ein „demokratisches“ Theater. Das zeigt sich bis heute in den klaren Linien und der bewussten Abkehr von klassischen, umlaufenden Rängen, die früher soziale Hierarchien abbildeten. Stattdessen ragen im Zuschauerraum versetzte Balkone in das Auditorium hinein und bieten von jedem Platz aus einen frontalen Blick auf die Bühne.

Besonders markant ist die Silhouette mit den schrägen, fensterlosen Wänden der Seitenbühnen, die dem Gebäude fast die Anmutung eines monumentalen Zeltes geben. Raue Materialien wie Sichtbeton, Spaltklinker und Nagelfluh treffen auf filigrane Glasbausteine und schimmernde Kronleuchter aus Muranoglas.

Die Rückkehr eines Wahrzeichens

Was es auch immer zur Sarnierung zu sagen gibt, aber architektonisch ist die sanierte Oper ein absoluter Gewinn für Köln. Wer sich für Architektur und Stadtgeschichte interessiert, sollte sich das Opernhaus unbedingt (wieder) ansehen.